Wer sich ein bisschen mit der Kultur- und Musikbranche beschäftigt, wird mitbekommen, dass sowohl Künstler:innen als auch Veranstaltende seit einigen Jahren über enormen Kostensteigerungen in der Branche klagen, die immer weiter zu gehen scheinen. In einer (scheinbaren) Parallelentwicklung sind die Fördertöpfe in einer Art überzeichneten Dauerzustand - es gibt viel zu viele Bewerbungen für viel zu wenig Mittel. Dieses Panel schaut sich an, worum es geht, anhand von zwei konkreten Beispielen:
KÜNSTLER: Der gebürtige, inzwischen in Leipzig lebende Künstler STREICHELT zählt zu den bekanntesten NNDW (Neue Neue Deutsche Welle) Acts des Landes, hat ein gutes Label (Eintracht Pankow), eine gute Booking Agentur (Emerged Agency), gutes Presse- und Feuilleton Feedback und füllt die kleinen Clubs (100 - 300 Kapazität) der Republik, wenn er auf Tournee geht. Auf seinem Instagram Kanal schlüsselt er schonungslos ehrlich die Kosten seiner letzten Tournee auf und gibt hier und heute einen Einblick in die Kosten seines Schaffens als Künstler.
FESTIVAL: Das etwa 40 Minuten von Nürnberg entfernt in Emskirchen stattfindende, ehrenamtlich organisierte RÜBEZAHL FESTIVAL beschreibt sich als den “ Versuch, die Utopie schon heute zu leben und dabei einen Austausch- und Vernetzungsraum zu schaffen”. Die Tickets für das Festival werden erstmal kostenfrei angeboten, vor Ort kann man zwischen “Kohlrübe” (0 - 20€) und “Volle Möhre” (30€+) selbst entscheiden, in welcher Höhe man das Festival unterstützen kann oder möchte. Das Rübezahl-Team gewährt einen detaillierten Blick in die Festival-Haushaltslage und skizziert die Problemstellen.
Moderation: Julian Menz (POP! ROT WEISS)